Geschichte der Pfarre

Die Pfarre Dobl ist schon sehr alt. Leider sind nur Bruchstücke einer Pfarrgeschichte vorhanden. Eine Bemerkung in der Pfarrchronik 1679 von Pfarrer Woritsch gibt eine teilweise Erklärung: " Es ist dieser Pfarre wegen eingerissenen Luthertums vieles entzogen worden, nämlich alle alten Urkunden und Taufbücher . . ." 
Die Geschichte der Pfarre ist eng mit dem Schloss Gjaidhof, dem Jagdschloss der Babenberger Herzöge (heute Privathauptschule der Barmherzigen Schwestern des Hl. Vinzenz v. Paul) und dem Kaisergeschlecht der Habsburger verbunden. Noch heute erinnert in der Wieskapelle eine Inschrifttafel an die Babenberger: "Herzog Leopold VIII hat 1212 diese Landesfürstliche Jagdkapelle Maria im Dorn zu einer Pfarrkirche erhoben." Der letzte Babenberger, Herzog Friedrich der Streitbare, war wiederholt in "Tobel" wie es damals geschrieben wurde. 

Da die Habsburger treu zum katholischen Glauben gehalten haben, nimmt man an, dass Dobl nie evangelische Pfarre wurde. Die heutige Pfarre Dobl umfasst neben dem größten Teil des Gemeindegebietes Dobl die Ortschaft Fading der Gemeinde Zwaring-Pöls.


Die Pfarrkirche "Maria im Dorn"

Diese Kirche ist bis in unser Jahrhundert Wallfahrtskirche gewesen. Nach mündlicher Überlieferung soll 1212 die Muttergottesstatue - nachdem sie 100 Jahre zuvor von Ungläubigen entwendet worden war - in einem Dornenstrauch gefunden worden sein. Die Chronik der Pfarre berichtet von vielen Wundern. 
Die Kirche ist im Laufe der Jahrhunderte öfter umgebaut worden. 1660 ließ Leopold I, römischer Kaiser und Erzherzog von Österreich, den Hochaltar errichten. Kaiserin Maria Theresia hat „1760 das Gnadenbild mit Kron und Kleidung und die Kirche mit 3 Altären beehrt“.

Von Balthasar Moll, der für die Kaisergruft 20 Zinksarkophage verfertigt hat, stammen die beiden Apostelfiguren Petrus und Paulus in der Wieskapelle. Bemerkenswert sind auch die beiden Seitenaltarölbilder: Erzengel Gabriel und der Hl. Franz Xaver.

1973 wurde der romanisch-gotische Bau innen und 1979 außen renoviert. So darf mit vollem Recht gesagt werden, was schon 1691 bei einer Visitation festgestellt wurde: „Die Kirche ist klein, aber fein (gratiosa)!“ 

(aus "Geschichte der Pfarre Dobl" von Josef Spann)