Aktuelles

Neuer Bereitschaftsdienst in der Steiermark

NEU ab 01. April 2019

Das derzeitige Bereitschaftsdienstsystem ist über 50 Jahre alt und bietet der steirischen Bevölkerung keine umfassende Versorgung mehr, da Wochentagdienste bis zu 50 % unbesetzt und auch am Wochenende einzelne Sprengel durch Stellenbesetzungsprobleme mangelhaft versorgt sind.

Gemeinsam mit der Ärztekammer für Steiermark, der steiermärkischen Gebietskrankenkasse und dem Gesundheitsfonds Steiermark wurde nunmehr auf Basis der Problemlagen die Neustrukturierung des Bereitschaftsdienstes konzipiert und vereinbart.

Der neue Bereitschaftsdienst mit seinen neuen 24 Regionen und den geänderten Dienstzeiten startet am 1. April 2019 und ist als reiner Visitendienst eingerichtet, welchem nach erfolgter Triage durch das ebenfalls ab 1. April 2019 startenden Gesundheitstelefon - 1450 - (erreichbar 365 Tage Tage 24 Stunden) nur mehr wirklich notwendige Visiten zugeteilt werden. Durch die detaillierte Abklärung mit geschultem diplomierten Gesundheitspersonal (sowie einer/m Arzt/Ärztin im Hintergrund) am Gesundheitstelefon werden in Zukunft weder Notfälle noch Bagatellerkrankungen an VisitenärztInnen weitergegeben. Notfälle werden sofort und direkt an den Notarzt bzw. an die Leitstelle übergeben. Bei Bagatellerkrankungen (z.B. Zeckenbiss - kein willkürlich gewähltes Beispiel) wird zu einem niedergelassenen Arzt bzw. zu einer niedergelassenen Ärztin oder in ein Gesundheitszentrum am nächsten oder übernächsten Tag verwiesen. Die Pilotierung des Telefonarztes in Eisenerz, Mariazell und Trofaiach sowie die Erfahrungen aus den Pilotbundesländern des Gesundheitstelefons Wien, Niederösterreich und Vorarlberg haben gezeigt, dass ca. 60 % der Anrufe keine Notfälle sind oder zeitkritische Visiten bedürfen.

Grundlegende Bausteine:

Teilnahme: Zukünftig ist es allen ÄrztInnen der Allgemeinmedizin (nicht nur Vertragspartnern der GKK) freigestellt am neuen Modell teilzunehmen (für die Pilotphase ist eine Aussetzung der gesamtvertraglichen Wochenenddienstverpflichtung vereinbart) und nur bei aktiver Dienstbuchung ist dieser durch die jeweilige ÄrztIn verpflichtend zu erbringen bzw. von diesem Ersatz zu suchen. Die Dienstleistung und die Anzahl der Dienste ist den ÄrztInnen selbst überlassen, wobei nur ein Dienst je Region und Zeit gebucht werden kann.

Dienstzeiten: Die Dienstzeiten außerhalb der Region Graz sind
Montag bis Freitag von 18.00 bis 24.00 Uhr und
Samstag, Sonntag und Feiertag von 07.00 bis 24.00 Uhr

Besetzung: Der Block von Montag bis Sonntag in der Zeit von 18:00 bis 24:00 Uhr ist in jeder Region (mit Ausnahmen) jeweils einfach besetzt und der Block am Wochenende und an Feiertagen in der Zeit von 07:00 bis 18:00 Uhr jeweils doppelt besetzt. Die Dienstzeiten und die Besetzung in der Region Graz bleibt wie bisher bestehen.

Der wesentliche Unterschied zum bisherigen Modell betrifft die Ordinationsöffnungszeiten am Wochenende, welche nunmehr nicht gleichzeitig mit einem Visitendienst möglich ist.

Ordinationen können aber weiterhin am Wochenende aufsperren und wie bisher alle Leistungen mit der Kasse abrechnen (es entfällt nur die Bereitschaftspauschale). Steiermarkweit gibt es weiterhin wie bisher 90 Ordinationen die ihre regulären Öffnungszeiten am Samstag besitzen und geöffnet sind.

ÄrztInnen können ihre Wochenendordinationszeiten an die Ärztekammer melden (extra eingerichtetes Portal) damit PatientInnen durch das Gesundheitstelefon an ÄrztInnen verwiesen werden könne (dadurch kann man bei ordinationsfremden PatientInnen eine höhere Ordinationspauschale verrechnen).

Die wichtigsten Vorteile des neuen Systems zusammengefasst:
•freiwillige Teilnahme der ÄrztInnen. Eine Verpflichtung entsteht erst bei einer aktiven Dienstbuchung auf einer eigens dafür entwickelten Webseite,
•mehr TeilnehmerInnen für den Bereitschaftsdienst (alle ÄrztInnen für Allgemeinmedizin dürfen ab 1. April 2019 am Bereitschaftsdienst teilnehmen),
•mehr Ruhezeiten - dadurch mehr Attraktivität - für die teilnehmenden ÄrztInnen aufgrund des Dienstendes um 24:00 Uhr (Ausnahme Graz, wo die Dienstzeiten derzeit bestehen bleiben),
•attraktive Honorierung bei geringeren Dienstzeiten zum aktuellen System,
•zeitnahe Auszahlung für den absolvierten Dienst (wöchentliche Auszahlung der Dienste inkl. Visiten der Vorwoche),
•Visiten nur bei wirklichem Bedarf (ermöglicht durch die Triage des Gesundheitstelefons 1450), keine Ausfahrten mehr bei Bagatellbeschwerden

Die Neuerungen für die Bevölkerung sind die ab 1. April 2019 rund um die Uhr (365 Tage im Jahr) erreichbare Telefonnummer des Gesundheitstelefons 1450 zur Abklärung von Gesundheitsfragen und die Tatsache, dass ÄrztInnen des Bereitschaftsdienstes nunmehr bei Bedarf zur/m PatientIn kommen.

Weiterführende Informationen finden Sie:
http://www.gesundheitsversorgung-steiermark.at/themen/bereitschaftsdienst